Die vergangenen Sommer sowie die aktuelle Trockenheit zeigen deutlich, dass Hitzeperioden und Wasserknappheit auch die Stadt Wil zunehmend beschäftigen. Der Regionale Führungsstab Wil-Uze hat die Bevölkerung bereits zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen, da Quellen weniger Wasser führen, Grundwasserstände sinken und die Infrastruktur teilweise an ihre Belastungsgrenze gelangt.
Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser beginnt bekannter Weise nicht erst während einer Trockenperiode. In einer Trockenperiode ist der Tageswasserverbrauch jedoch teils fast doppelt so hoch wie der langjährige Durchschnitt. Vor allem die Gartenbewässerung führt in den Abendstunden zu markanten Verbrauchsspitzen. Dieser erhöhte Wasserverbrauch während Trockenzeiten ist leider stark kontraproduktiv. Sinnvolle Massnahmen, die den Wasser-Grundverbrauch der Bevölkerung in Trockenphasen effizient reduziert, ohne dass die Bevölkerung Einbussungen oder Verbote ertragen muss, sind wünschenswert. Auch eine Erhöhung der Regenwasserspeicherung und –nutzung kann positives bewirken. Die Liegenschaftseigentümerinnen und Liegenschaftseigentümer wären bereit, smarte Massnahmen umzusetzen, wissen jedoch oft nicht, welche Lösungen für ihre Situation sinnvoll und wirtschaftlich sind.
Mit dem Energiesprint verfügt die Stadt Wil bereits über Erfahrungen bei der Organisation und Kommunikation eines erfolgreichen Beratungsangebots. Es stellt sich deshalb die Frage, ob sich diese Erfahrung und bestehenden Strukturen auch für ein Beratungsangebot zum Trinkwasser Grund- und Spitzenverbrauch nutzen liessen.
Ein solches Angebot «Wil nutzt Wasser» könnte Eigentümerinnen und Eigentümer unter anderem bei folgenden Themen unterstützen:
- Regenwassernutzung und Regenwasserspeicherung (Meteorwasser)
- trockenheitsresistente Gartengestaltung
- Bäume und natürliche Beschattung
- Entsiegelung von Flächen
- Förderung der Biodiversität
- Kühlung von Gebäuden und deren Umgebung
- Massnahmen nach dem Schwammstadt-Prinzip
Im Unterschied zu klassischen Förderprogrammen könnte ein solches Angebot auf Information, Koordination und Partnerschaften setzen. Regionale Unternehmen könnten kostenlose Erstberatungen anbieten und dadurch gleichzeitig die Möglichkeit erhalten, interessierte Eigentümerinnen und Eigentümer bei einer späteren Umsetzung zu begleiten. Die Stadt würde primär als Koordinatorin und Vernetzerin auftreten und nicht als Subventionsgeberin. Ein solches Beratungsangebot könnte langfristig dazu beitragen, den Trinkwasserverbrauch insbesondere in Trockenperioden zu reduzieren.
Vor diesem Hintergrund wird der Stadtrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
- Wie beurteilt der Stadtrat die Idee eines Beratungsangebots «Wil nutzt Wasser» zur Anpassung privater Liegenschaften an Hitze und Trockenheit? Ist der Stadtrat der Ansicht, dass aufgezeigte Massnahmen bei Eigentümerinnen und Eigentümern einen sinnvollen Beitrag zur Reduktion des Trinkwasserverbrauchs und zur langfristigen Anpassung des Wasserverbrauchs während Trockenzeiten führen könnte?
- Könnte sich der Stadtrat vorstellen, ein solches Angebot in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, Fachverbänden, der TBW sowie weiteren Partnern umzusetzen, wobei die Stadt hauptsächlich eine koordinierende Rolle übernimmt? Ist der Stadtrat der Auffassung, dass ein solches Angebot weitgehend kostenneutral realisiert werden könnte, oder würden gezielte städtische Ressourcen dessen Wirkung und Akzeptanz wesentlich stärken?
- Sieht der Stadtrat Potenzial, gewonnene Erfahrung, bestehende Strukturen und Kommunikationskanäle, beispielsweise jene des Energiesprints, zu nutzen?
- Welche kantonalen, eidgenössischen oder privaten Förderprogramme beziehungsweise Drittmittel könnten nach Einschätzung des Stadtrats für ein solches Vorhaben genutzt werden?
Erstunterzeichner: Alexander Steele – GLP
Mitunterzeichnende: Meret Grob – Grüne prowil Harry Huber – GLP Luc Kauf – Grüne prowil